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Weltweite Freiwilligenarbeit mit dem Mobiltelefon

Während in Deutschland Web 2.0 oder das Mitmach-Web bei Nichtregierungsorganisationen immer noch als Extraarbeit mit wenig Nutzen gesehen wird, entstehen andernorts neue Formen des Ehrenamts. In Afrika suchen sich Dörfer weltweit Expertise für ihre Projekte und in den USA kann an sich jeder in einer kurzen Pause mit dem Mobiltelefon nützlich machen.

Im Mai war ich auf einer Tagung der FH Osnabrück zum Thema: Blogs, Communities und das liebe Geld….Wie können Nonprofit-Organisationen das Web 2.0 nutzen? Die Profis aus dem nonprofit-Bereich überlegten und diskutierten, wie sie diese Blogs und sozialen Netzwerke nutzen können. Fundraising stand leider wieder ganz oben auf der Tagesordnung, was die Mitglieder und den Spender oftmals zu passiven Statisten degradiert. Doch es geht auch anders.

Beim globalen Nachbarschaftsnetzwerk Nabuur unterstützen weltweit 14.000 Ehrenamtliche Projekte von Dörfern in Afrika oder Asien. Doch hier suchen sich die Bewohner der Dörfer die Expertise, die sie brauchen. Bei dieser bottom-up Zusammenarbeit geht es um gemeinsames Lernen und um die Sammlung von Mitteln in einer globalen Nachbarschaftshilfe.

Weitere spannende Ansätze sind microvoluntarios.org in Spanien und extraordinaries.org in den USA. In beiden Fällen können Freiwillige sich für eine gute Sache beteiligen. Das können ganz kleine Aufgaben sein, wie Übersetzungen, Design oder Kampagnenvorschläge. Bei den Extraordinaries geht das sogar über das Mobiltelefon mal kurz beim Warten an der Bushaltestelle.

Sigfried Woldhek, ehemaliger Chef von WWF in Holland, war frustriert, dass er Mitgliedern immer nur Spenden als Beitrag anbieten konnte. Deshalb gründete er Nabuur. Diese Form der Einbindung von Mitgliedern war leider kein Thema der obigen Fachtagung. Hier dominierten klassische Ansätze der Öffentlichkeitsarbeit, die jenseits neuer Modelle der Zusammenarbeit im nonprofit Sektor stehen.

Eine Menge mehr geschieht in Großbritannien, wo bereits weiter gehende Projekte laufen. Zum Beispiel Peer-to-Peer Hilfe in London. Freiwillige registrieren sich mit einer bestimmten Expertise zu einem Ort oder Thema. Ein Hilfesuchender in London kann nun eine Nummer anrufen oder eine Nachricht schicken und bekommt automatisch Ratschläge von dem jeweiligen Experten. Das Beispiel und noch viel mehr illustriert dieses Video:

Us Now from Banyak Films on Vimeo.

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