Juan Cole, Geschichtsprofessor und einer der bekanntesten blogger zum Nahen Osten erklärt sehr ausführlich, warum er die iranischen Wahlergebnisse für gefälscht hält, und spekuliert auch, wie die Fälschung abgelaufen sein könnte.
1. It is claimed that Ahmadinejad won the city of Tabriz with 57%. His main opponent, Mir Hossein Mousavi, is an Azeri from Azerbaijan province, of which Tabriz is the capital. Mousavi, according to such polls as exist in Iran and widespread anecdotal evidence, did better in cities and is popular in Azerbaijan. Certainly, his rallies there were very well attended. So for an Azeri urban center to go so heavily for Ahmadinejad just makes no sense. In past elections, Azeris voted disproportionately for even minor presidential candidates who hailed from that province.
Ich war mal in Tabriz, auch auf dem Land drum herum mögen die Leute die Machthaber in Tehran nicht. Die Azeris hatten sich 1979 mit den Händlern und den Mullahs gegen den Schah verbündet, der ihnen nicht mehr Autonomie geben wollte, wurden dann nach vollbrachter Revolution aber ausgebootet.
Insgesamt bin ich von der Berichterstattung der Medien enttäuscht. Sie zeigt, wie wenig wir über den Iran wissen. Es ist ein Land, dass man nur schwierig beobachten kann. Viele Journalisten scheinen nur für die Wahlen angereist zu sein, und mussten sich auf das verlassen, was sie in Tehran zu sehen und hören bekamen. Ahmadenijad muss aber in den letzten vier Jahren seine Machtbasis unter den Armen auf dem Land gefestigt und ausgebaut haben.
Juan Cole meint an dieser Stelle, dass wir wegen der Wahlfälschungen überrascht waren, nicht wegen mangelnder Berichterstattung. Eine sehr lesenswerte Analyse der jüngeren politischen Geschichte des Landes!
Lieber Christian,
freue mich immer wieder, deinen Blog zu lesen – insbesonder diese kleinen, aber feinen Beobachtungen, die man andernorts seltenst findet.
Danke dafür… liebe Grüße und hoffentlich auf Bald einmal,
Ole
Danke Ole für den Kommentar und Lob. Doch dieser gebührt Franz. Bis bald!