Man stelle sich einen Mexikaner vor, der Vermögen im Wert vom 34,000 US-Dollar hat. In dem Moment, in dem er über den Grenzzaun klettert, und auf der anderen Seite in den USA landet, steigt sein Vermögen auf 418,000 US-Dollar.
Wie das geht? Es handelt sich um immaterielles Vermögen, das die Weltbank in einer (ausnahmsweise mal) klasse Vergleichs-Studie untersucht hat, und die von der Zeitschrift Reason aufgegriffen wurde. Immaterielles Vermögen setzt sich aus verschiedenen Faktoren wie Rechtsstaatlichkeit, Bildung und gegenseitigem Vertrauen in einer Gesellschaft zusammen. Wenn das immaterielle Vermögen einer Person um das fünffache ansteigt (weil sie eine Grenze überquert), ist sie bei sonst gleichen Eigenschaften fünfmal so produktiv. Das gilt auch für die natürlichen Ressourcen: ein Wald an der amerikanischen Westküste in Verbindung mit dem höheren immateriellem Vermögen des Landes (klare Besitzverhältnisse, keine oder weniger Korruption in Katasteramt und Umweltbehörde, vielleicht Erhaltung von Natur als in der Bevölkerung verbreiteter Wert) ist langfristig viel produktiver als, sagen wir mal, der gleiche Wald im Kongo.
In reichen Ländern macht immaterielles Vermögen 80 % ihres Vermögens aus (hinzu kommen noch natürliches Kapital wie Rohstoffe, und produziertes Kapital wie Produktionsanlagen) in armen Ländern aber nur 60 %.
Dieser Zusammenhang macht klar: das sind die Faktoren, an die die Entwicklungshilfe ran muss.
Leider sind genau die oben genannten Faktoren in den vielen autoritär kontrollierten Entwicklungsländern hochpolitisch. Regime, die von Öleinnahmen, Hilfen des Westens etc. leben, haben keinen Anreiz, in Bildung zu investieren. Mangelnde Rechtsstaatlichkeit macht es mißliebigen Unternehmern schwer zu investieren und verhindert, dass die Bevölkerung die Verwaltung zu Rechenschaft ziehen kann.
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