Ölhandel ist dreckig. Mittelsmänner — oil fixer — helfen Ölpotentaten ihre Vorräte an Sanktionen, Parlamenten und Ogonis vorbei an internationale Ölfirmen zu verschachern. Aber auch wenn die Lizenzen schon vergeben sind, werden Tankerladungen bilateral verhandelt, um den Globus verschifft und zwischendurch zehn Mal weiter verkauft.
Zu den bekanntesten gehören die Rich Boys aus dem Umfeld von Marc Rich, den Clinton am letzten Arbeitstag begnadigt hat.
Interessanter Weise ist laut diesem herausragenden Stück in Harper’s ist einer der wichtigen oil fixer in den Handel mit Emissionsrechten eingestiegen.
Calil himself is still a major operator in the oil business, but he also has diversified into a broader range of industries. He told me that he spends more and more of his time “managing my investments.” One of his most promising investments is a company called Green Holdings, which is in the emerging field of carbon trading: buying the rights to pollute from cleaner businesses and selling them to dirtier ones. The firm has struck deals in China and India, and Calil has traveled regularly to both nations on the company’s behalf, hoping to establish business ties and build political support. It is an ironic turn indeed that Ely Calil, who grew so rich off the excesses of the carbon era, should now stand to profit still more from the long struggle to clean them up.
Eine energieintensive Firma in Deutschland braucht Emissions-Zertifikate? Also schickt sie jemanden in eine russische oder chinesische Kohlemine, und der besorgt sie für alte Maschinen oder wenig Geld. Also eigentlich das gleiche Metier im gleichen Milieu.
Ich frage mich, ob der Emissionshandel zumindest teilweise die gleiche intransparente, bilaterale Struktur haben wird wie der Ölhandel. Und ob er damit zu Lasten von Korruption geplagter Länder geht.
Im Dezember wird es einen UN-Gipfel zum Klima geben, auf dem folgender Wald-Deal diskutiert werden wird: reiche Länder zahlen Gelder an Länder für den Erhalt deren Regenwalds, und müssen dafür ihre eigenen Emissionen nicht oder weniger reduzieren.
Die Idee dahinter: in den Wäldern ist ja Kohlendioxid gespeichert, das die Emissionen ausgleicht. Aber wenn diesen Wäldern auf einen Schlag massive monetäre Werte zugeschrieben werden, kann dies in Ländern mit unklarer Rechtslage, fehlender Transparenz und verbreiteter Korruption dubiose Zwischenhändler und organisierte Kriminalität anziehen, die die Rechte verschachern. Siehe dieses sehr lesenswerte Stück:
There is growing interest from countries and companies in the developed world to buy the rights to the carbon stored in trees as they grow, to offset their own emissions of the greenhouse gas carbon dioxide.
But development and environment groups have long warned that suddenly placing a big value on rainforests could spur friction and even conflict in some developing nations, because of uncertain tenure rights, corruption and inadequate policing.
At a conference on the Indonesian island of Bali last week, Interpol environmental crime official Peter Younger told Reuters he expected fraudulent trading of carbon credits, as organised crime infiltrates the system of companies and countries in the developed world buying rights to the stored carbon.
Thanks for the useful info. It’s so interesting
[...] dann westliche Unternehmen bequem ihren Bedarf an Zertifikaten decken können, vermittelt von dubiosen Zwischenhändlern. Ich glaube nicht, dass bei verbreiteter Korruption und fehlender Rechtsstaatlichkeit Behörden [...]