Vor ein paar Tagen habe ich einige Videos der Web2.0 Expo in New York geschaut. Ich fand die meisten Präsentationen interessant, doch irgendwie war ich auch gelangweilt oder enttäuscht, weil das Web wieder über das Web sprach. Doch bei der Präsentation von Tim O’Reilly war ich angenehm überrascht. Bei seiner “Web meets World” Präsentation fragte er in die Runde, ob nicht alle das Web auch für einen besseren Zweck nutzen wollen? Also warum nicht auch das soziale Web oder die kollektive Intelligenz zur Bekämpfung der größten Probleme unserer Zeit nutzen.
Das erinnerte mich ein wenig an die eindrucksvolle Präsentation von Brian Conley bei der Re-publica über “Alive in Baghdad” bei der Robert Basic offen sinnerte: “Was ich aber daraus mitnehme ist die Frage, ob ich wirklich nur mit meinem Blog genug aus den Möglichkeiten mache, die das Netz heute bietet, sich einzusetzen.” Doch es gibt gute Nachrichten. Es bewegt sich was nicht nur in Europa, sondern auch Asien und Afrika. Weltweit vernetzen sich Menschen um das Potential vom Netz zu nutzen. Hier ist eine Liste von Beispielen von Veranstaltungen wie Barcamps:
- Info-Activism Camp nächsten Februar in Indien. Eine spannende Initiative von Tactical Tech, die auch letzte Jahr schon ein Seminar in Kenia zu Aktivismus und Mobiltelefone gemacht haben. Zu dem Barcamp in Indien gbt es eine kleinen Wettbewerb:
Struggling to make an impact on your target audience? Are issues unresolved despite your best efforts? Do the internet, mobile phones or information design present exciting possibilities in advocacy but difficult to take advantage of? The Info Activism camp, to be held in Bangalore, India from February 19 to 25, offers rights advocates the chance to make a greater impact in their work. - In Großbritannien ist dieses Jahr schon eine ganze Menge passiert. Dazu gehören die UKcatalyst awards, 2gether08 (ein Festival der Ideen und populäre Technologien für den Fortschritt). Im Dezember gibt es auch die zweite Auflag des Social Innovation Camp, wo es im April spannende Projekte, wie “Rate your Prison“, gab.
- In Afrika finden aucimmer häufiger Barcamps statt, wie in Uganda, Kenia und Madagascar. Erik Hersman hat eine detaillierte Übersicht. In der Hauptsache geht es um Technologie und Software, aber auch immer mehr um soziale Veränderung. Letzte Woche fand auch eine Barcamp Afrika in Silicon Valley statt, das Aktivisten beider Kontinente zusammen brachte. ICT4D.at planen ein ähnliches Camp in Österreich.
- Mobileactive08 ist heute gerade zu Ende gegangen. Beim dritten Treffen dieser Art diskutieren hier Teilnehmer aus aller Welt über das Potential des Mobiltelefons zum Beispiel für Menschenrechtsaktivismus.
- In Phnom Penh, Kambodscha fand auch vor kurzem ein Barcamp mit Themen, wie freie und offene Software oder Bürgerjournalismus, statt. Ein Teilnehmer, Thomas Wannhof, berichtet schon vom nächsten Barcamp in Saigon, Vietnam.
- Hier in Deutschland gab es, aufgrund einer Initiative von Stefan Evertz, dieses Jahr das Social Camp, u.a. organisiert von netzpolitik.org und helpedia.org. Die Veranstaltung geht mit der Idee einer Social Bar schon in Verlängerung.
Es ist faszinierend zu sehen, wie hier Menschen weltweit das Potential des sozialen Webs nutzen. Die Mehrheit der Teilnehmer kennen sich in vielen Fällen anfangs erst gar nicht persönlich und treffen sich ehrenamtlich für einen guten Zweck. Gerade die Vielfalt der Expertise und die Ideen der Teilnehmer sind beeindruckend. Die Projekte sind vielversprechend. Besonders erfreulich ist, dass eine solche Vernetzung immer besser länderübergreifend gelingt.
[...] draussen » Afrika, Asien, Europa: Web Enthusiasten für soziale Innovation. This entry was posted on Friday, December 19th, 2008 at 7:03 pm and is filed under Left overs. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site. [...]